Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 11. Februar 2008


Dass die Landstadt am Greifensee nicht "nur mehr hat, als man ohnehin schon meint", sondern schon seit langem zu einer Brutstätte für "Interessenten seligen Nehmens" verkommen ist, beginnt nun langsam auch der Stadtrat zu realisieren. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb er sich im Zusammenhang mit der geplanten Ueberbauung Eschenbühl mittels grossangelegter Studien anzuschicken beginnt, zu überlegen, wer denn nur all die von der Linken laufend geforderten und hinterhältig ausgeheckten Begehrlichkeiten berappen soll. Und siehe da, wen wunderts? Wenn auch einstweilen (hoffentlich) noch nicht der Gesamt-Stadtrat, aber immerhin bereits die Sozialvorsteherin und in deren Gefolgschaft auch der Stadtpräsident im trauten Verbunde - wie könnte es anders sein - ausgerechnet mit der SP, neuerdings sogar StadtPartei genannt, sind fündig geworden. Es werden ertragsstarke Einwohner gesucht, um "alle vorgesehenen Projekte" oder anders ausgedrückt "alle neu entdeckten und geweckten Bedürfnisse" zu finanzieren. Potz Tausend! Ob sich solch (dumme) betuchte Zuzüger wohl finden lassen?

Die neue Linke ist in Uster bekanntlich seit rund dreissig Jahren am Ball. Sie hat die Gemeinde - zum Leidwesen des Mittelstandes - zu einem Eldorado für Sozialfälle gemacht und nichts unterlassen, unaufhaltsam inner- und ausserhalb der Stadtverwaltung erfolgreich den Ausbau oder die Neuschaffung von Strukturen und damit einhergehende sehr einladende Rahmenbedingungen auszuhandeln und zu realisieren. Sie bringt es sogar fertig, die behördlichen Verlautbarungen über den Leistungsausweis des Sozialamtes jeweils dermassen schönfärberisch zu managen und ganz nach stockerschem Muster zu bewirtschaften, dass dem Steuerzahler gelegentlich die Tränen kommen müssen.

Noch nicht genug! Heute nun bedarf es einer kostspieligen und hochgestochenen Studie, die belegt, was auch der ungebildeteste Normalbürger schon längst weiss, ohne vorher die Wissenschaft bemüht zu haben: In Uster leben im Vergleich zu anderen Städten viel zu viele Leute, die günstig leben, auf Kosten der Allgemeinheit profitieren und keine Steuern zahlen wollen. Frei übersetzt heisst das: Es sind ganz einfach der Schmarotzer zu viele geworden.

Und die Moral von der Geschicht: Die Stadt will die Bevölkerung kategorisieren und sich schliesslich entscheiden, welche betuchte Zuzüger sie für das Wohnen im Eschenbühl gewinnen will, ob Arrivierte, moderne Performer oder Statusorientierte. Vorab gelte es nun herauszufinden, was diese einzelnen Gruppen uns bringen würden. Das sei eine spannende Studie - so der Stadtpräsident - , ist im ZO/AvU, Ausgabe vom 8. Februar, zu lesen. Uster werde jedenfalls finanziell profitieren.

Welch ein Lichtblick, wie lieblich und anregend, wenigstens hoffen zu dürfen, dass sich die Bewohner des Eschenbühls schon heute inbrünstig auf ihre künftigen politischen Aktivitäten freuen. Die SP hält ihre Pforten vor- und fürsorglich weit offen. Ihr Tummelfeld ist eine kunterbunte Lustwiese, verheissungsvoll und vielversprechend! Viel Vergnügen!

Heinz Sommer, Uster