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Alle 11 Bisherigen und 9 Programmpunkte


Bei der SVP Uster treten im kommenden Frühjahr alle bisherigen Gemeinderäte wieder an. Das Programm der Partei beschränkt sich auf neun allgemein formulierte Punkte.


Beat Kuhn

«Blick voraus!» heisst der Wahlspruch der SVP Uster für die Wahlen 2006. Mit diesem Slogan habe sie an der Uster-Messe ihren Wahlkampf «eindrücklich eröffnet», klopft sich die Partei in einem Communiqué auf die Schulter: «Hunderte von Besuchern konnten sich am SVP-Stand über die neue Gemeinderatsliste und die drei Stadtratskandidaturen informieren lassen.»
Ex-Polizist für Überraschung gut?

Zu den Gemeinderatswahlen im Februar 2006 treten alle 11 Bisherigen wieder an. Neben ihnen präsentiert die SVP 25 neue Kandidaten, also insgesamt eine vollständige 36er-Liste. Auf den auf die Bisherigen folgenden 10 Plätzen werde «ein kompetenter und dynamischer Mix von 4 Frauen und 6 Männern» geboten, werden die betreffenden Kandidaturen angepriesen.

Die ersten drei Plätze der neuen Kandidaturen werden durch den Rechtsanwalt Jean-Claude Simmen, die Bankfachfrau Gabi Seiler sowie den Buchhaltungsfachmann Pascal Bischof besetzt. Auf einen der vorderen Ränge hoffen dürfe aber auch der ehemalige Stadtpolizist Ruedi Gysi auf Listenplatz 17, welcher - Zitat - «stadtbekannt» sei.

Zu dieser Einschätzung sei freilich die Frage aufgeworfen, ob Polizisten, die man ja oft unter negativen Begleitumständen näher kennen lernt, in der Bevölkerung wirklich beliebt sind. Gysis Wahlchancen sicher festigen dürfte jedoch seine neue Kolumne mit humorigen Kommentaren zum lokalen Geschehen in Versform, die seit neuem jede Woche in der Gratiszeitung «Uster Nachrichten» erscheint. Da Rolf Denzler vermutlich in den Stadtrat gewählt wird, wird bei der SVP jedenfalls schon bei blosser Besitzstandswahrung ein Neuer im Parlament Einsitz nehmen.

Mit der 28-jährigen Medizinerin Josephine Bianda und dem gleichaltrigen Buchhaltungsfachmann Pascal Bischof seien auch junge Berufsleute in den vorderen Reihen vertreten, wird geltend gemacht. Ja, mit dem 18-jährigen Christoph Keller könne die SVP wohl sogar einen der jüngsten Kandidaten für das neue Ustermer Parlament vorweisen.


9 Punkte für Wahlen und Legislatur

Der Leitspruch «Blick voraus!» solle nicht nur während des Wahlkampfs, sondern auch in Zukunft die politische Arbeit der SVP begleiten, wird betont. Dabei werden 9 Programmpunkte - welche als «Grundsätze» bezeichnet werden - aufgelistet, für die sich die SVP in der kommenden Legislatur im Speziellen engagieren will.

Diese 9 Punkte lauten: optimale Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten unserer Jugend, altersgerechte Lebens- und Wohnqualität, intakte Familien als Fundament unserer Gesellschaft, starker Wirtschaftsstandort mit Perspektiven, haushälterischer Umgang mit unseren Steuergeldern, bestmögliche Sicherheit für die Bevölkerung, sichere Arbeitsplätze, zukunftsorientierte Verkehrspolitik sowie vielseitiges Kultur-, Unterhaltungs- und Freizeitangebot. In welcher konkreten Form diese allgemeinen Grundsätze in Uster umgesetzt werden sollen, lässt die Partei offen.


Ambitiöses Ziel für die Exekutive

Und schliesslich kommt die SVP noch auf ihre ambitiösen Ziele bezüglich der Exekutive zu sprechen, die freilich bereits bekannt waren. Mit den beiden bisherigen Stadträten, Finanzvorstand und Stadtratsvizepräsident Heinz Wolfensberger sowie Sicherheitsvorsteher Hans Streit, würden «zwei starke Persönlichkeiten» präsentiert, «welche sich in der bisherigen Amtstätigkeit bestens bewährt haben». Als Dritter hinzukommen, und das erst noch gleich als neues Stadtoberhaupt, soll Rolf Denzler.

Zusammen mit den beiden freisinnigen Kandidaten Thomas Kübler und Sabine Wettstein solle weiter «eine starke bürgerliche Mehrheit» regieren. Auch brauche Uster «einen bürgerlichen Stadtpräsidenten»; und da stehe mit Rolf Denzler «ein sachbezogener und liberal denkender Politiker» zur Verfügung. Er habe sich bereits im Gemeinderat bewährt, den er 2004/05 präsidiert habe.


Die Gemeinderatsliste der SVP
1. Hürlimann Werner (bisher), Meisterlandwirt, Freudwil, 1943
2. Denzler Rolf (bisher), Bankangestellter, Nänikon, 1956
3. Zollinger Renate (bisher), Krankenschwester, Uster, 1955
4. Egli Werner (bisher), Bankkaufmann, Wermatswil, 1957
5. Hürlimann Elsbeth (bisher), medizinische Praxisassistentin, Uster, 1957
6. Alge Robert (bisher), technischer Kaufmann, Uster, 1959
7. Gantenbein Paul (bisher), Kaufmann, Uster, 1944
8. Kunz Andres (bisher), Landwirt, Uster, 1969
9. Kupschina Alois (bisher), Transportunternehmer, Uster, 1947
10. Fahrni Ernst (bisher), Tiefbauunternehmer, Freudwil, 1965
11. Gasser Martin (bisher), Lokomotivführer, Uster, 1959
12. Simmen Jean-Claude, Rechtsanwalt, Uster, 1971
13. Seiler Gabi, Bankangestellte, Uster, 1964
14. Bischof Pascal, Buchhalter, Uster, 1977
15. Zollinger-Steiner Belinda, Familienfrau, Uster, 1963
16. Rossier Jean-François, Ingenieur, Nänikon, 1970
17. Gysi Ruedi, pensionierter Polizeibeamter, Uster, 1939
18. Kern Stefan, Bankangestellter, Nänikon, 1968
19. Trutmann-Brunner Hanni, Bäuerin, Riedikon, 1965
20. Schneider Michael, kaufmännischer Angestellter, Freudwil, 1971
21. Bianda Josephine, Dr., Ärztin, Uster, 1977
22. Brus Werner, kaufmännischer Angestellter, Uster, 1967
24. Keller Christoph, Kantonsschüler, Uster, 1987
25. Egli Hanspeter, Polizeibeamter, Wermatswil, 1964
26. Frei Ruedi, Landwirt, Freudwil, 1965
27. Oswald Robert, technischer Kaufmann, Wermatswil, 1954
28. Bernold Renato, technischer Kaufmann, Uster, 1972
29. Huber-Bangerter Brigitta, Bäuerin, Sulzbach, 1954
30. Welte Leo, Transportunternehmer, Uster, 1966
31. Hager Markus, Landwirt, Nänikon, 1958
32. Denzler Willy, Landwirt, Nänikon, 1961
33. Pfister Rolf, Polizeibeamter, Uster, 1949
34. Fraefel Roland, Architekt HTL, Uster, 1956
35. Zwald Theo, Landwirt, Wermatswil, 1963
36. Hiltebrand Albert, ehemaliger Rektor der Berufsschule Uster, Uster, 1938


Erschienen am Donnerstag, 03. November 2005
© «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»